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Bindungsstörung

Bei einer Bindungsstörung (ICD-10 F94.2) zeigen Betroffene anhaltende Schwierigkeiten, stabile, altersentsprechende Bindungen einzugehen oder aufrechtzuerhalten. Je nach Schweregrad kann es zu deutlich gehemmtem Nähebedürfnis, auffälliger Unabhängigkeit, Misstrauen, übermäßiger Kontroll- oder Bindungssuche sowie Schwierigkeiten im sozialen und emotionalen Verhalten kommen. Häufig besteht eine Vorgeschichte mit belastenden Erfahrungen, Vernachlässigung oder wiederholten Wechseln in der Betreuung. Die Diagnose erfolgt in der Regel durch kinder- oder jugendpsychiatrische bzw. psychotherapeutische Abklärung anhand von Entwicklungsverlauf, Beobachtungen und Familienanamnese. Behandelt wird meist mit Psychotherapie, bindungs- und familienorientierter Unterstützung sowie begleitender Förderung im sozialen Umfeld; je nach Situation können weitere Hilfen ergänzt werden.

Wann sollten Sie zum Arzt?

Bei anhaltenden Auffälligkeiten in Beziehungen, starker emotionaler Belastung oder deutlichen Problemen im Alltag sollte zeitnah fachärztliche bzw. psychotherapeutische Hilfe gesucht werden. Besonders dringend ist eine Abklärung, wenn Selbst- oder Fremdgefährdung, schwere Krisen oder rasche Verschlechterung auftreten; dann ist der Notruf 112 zu wählen. Alternativ kann bei nicht lebensbedrohlichen Problemen der ärztliche Bereitschaftsdienst unter 116117 kontaktiert werden.

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Häufige Fragen

Woran erkennt man eine Bindungsstörung?

Typisch sind anhaltende Schwierigkeiten, verlässliche Nähe und Vertrauen aufzubauen oder angemessen auf Bezugspersonen zu reagieren. Die Einordnung gelingt meist erst nach umfassender psychologischer und entwicklungsbezogener Abklärung.

Kann eine Bindungsstörung allein durch Erziehung besser werden?

Familie und Erziehungsalltag sind wichtig, alleinige Maßnahmen reichen aber häufig nicht aus. Meist braucht es gezielte therapeutische Unterstützung, die die Beziehungsgestaltung und Belastungen im Alltag mitbezieht.

Wie verläuft die Behandlung?

Die Behandlung erfolgt häufig über Psychotherapie mit dem Fokus auf Bindung und Beziehungsgestaltung, oft auch mit Familiengesprächen. Verlauf und Dauer hängen von Schweregrad, Alter und individuellen Belastungsfaktoren ab.